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Die Universität Padua und ihre fränkischen Besucher im 15. Jahrhundert eine prosopographisch-personengeschichtliche Untersuchung.

📋 Bibliografische Angaben

Autor/in: Melanie Bauer
Mitwirkende: Stadtarchiv Nürnberg
Verlag: Edition Wort&Wert
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN: 978-3-87707-848-8
Sprache: Deutsch
Seiten: 792
Einband: Softcover
📖 Buch

Die Universität Padua und ihre fränkischen Besucher im 15. Jahrhundert eine prosopographisch-personengeschichtliche Untersuchung.

Nürnberger Werkstücke zur Stadt- und Landesgeschichte 70

von Melanie Bauer

Stadtarchiv Nürnberg

Bildbände & Chroniken, Geschichte & Kunst, Nürnberger Werkstücke zur Stadt- und Landesgeschichte, Reihen

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Beschreibung

INHALT:
"Anno etc. Mcccclxv fui in solempni celebratione Anothomie corporis humani", notierte Hartmann Schedel, der Nürnberger Arzt und Kompilator der nach ihm benannten Weltchronik, in seinen persönlichen Aufzeichnungen. Das Ereignis einer Leichensektion an der Universität Padua beeindruckte Schedel so sehr, dass er es gleich mehrere Male schriftlich festhielt. Neben ihm und anderen bekannten Absolventen der traditionsreichen italienischen Hochschule wie dem gelehrten Patrizier Willibald Pirckheimer, dem Gräzisten Johannes Cuno oder dem Autor Albrecht von Eyb, studierten über 120 weitere fränkische Scholaren Medizin oder Jurisprudenz in der zur Republik Venedig gehörenden Stadt am Piovego.
Die Universität Padua ist heute noch eine der renommiertesten Hochschulen Italiens. Auch im 15. Jahrhundert nahm sie diesen Rang ein. Sie zog nicht nur Studenten von der Apenninhalbinsel an, sondern aus ganz Europa. Darunter waren auch viele Scholaren aus dem deutschsprachigen Raum, die bei den bekanntesten Lehrern ihrer Zeit Medizin und Jurisprudenz hören wollten.
Die hier untersuchten Universitätsbesucher aus den fränkischen Diözesen Würzburg, Bamberg und Eichstätt stammten aus der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Elite ihrer Region. Ein Großteil kam aus der Reichsstadt Nürnberg, die mit ihren Handelsbeziehungen zu Venedig eine herausragende Stellung einnimmt.
Die vorliegende Studie ist prosopographisch-personengeschichtlich angelegt, enthält einen großen "lexikalischen" Teil in Form von 128 Biogrammen, der die Grundlage für eine tiefer gehende Analyse bildet.

REZENSION:
Während die Universität Bologna schon lange auf ihre Frequentierung durch deutsche Studenten seit dem Hochmittelalter hin erforscht wird, fehlen- mit Ausnahme Pavias - in der Universitätsgeschichte Abhandlungen zu den kleineren Studienorten wie Ferrara, Padua, Perugia und Siena. Zu der hohen Schule von Padua legt nun Melanie Bauer eine Studie vor, die sich auf die fränkischen Besucher der norditalienischen Universität konzentriert. Für diese Auswahl spricht einerseits die herausragende Präsenz der Franken, die diese Hochschule aufgrund der Handelsbeziehungen zwischen Venedig und Nürnberg bevorzugt aufsuchten, und andererseits der bekannte Quellenreichtum der (Familien-)Archive der Reichsstadt, die beispielsweise in Gestalt von Geschlechterbüchern beredte narrative Quellen enthalten. Von Paduaner Seite hingegen liegen seit 2001 die Promotionsakten des 15. Jahrhunderts in Edition vor, die, wie Bauer betont, in der deutschsprachigen Universitätsforschung noch kaum genutzt werden ... Bauers Studie schlägt eine wichtige Schneise in das Dickicht der Überlieferung. Sowohl landes- als auch universitätsgeschichtlichen Arbeiten wird sie gute Anregungen geben.
Aus: "Sehepunkte" 05/2013
"Die seit Jahrzehnten in Druck vorliegenden Matrikeln der Hohen Schulen in Oberitalien enthalten zahlreiche Namen von Studiosen aus dem nordalpinen Bereich. Diese Nachweise fanden überwiegend Berücksichtigung in biographisch ausgerichteten Einzelstudien zum einschlägigen Personenkreis. Noch immer zu wenig ausgewertet sind sie unter systematisierenden Fragestellungen von Seiten der Bildungs- und Universitätsgeschichtsforschung. Dieser Aufgabe stellt sich die anzuzeigende, im Wintersemester 2009/10 abgeschlossenene Erlanger Dissertation. [...] Auf breiter Quellengrundlage wurde eine beeindruckende Untersuchungsbasis erarbeitet, die einen wichtigen Sektor der fränkischen Eite am Ausgang desMittelalters mit hohem Informationsgehalt vorstellt. Sie wird als Fundgrube zur Personengeschichte für vielfältige weitere Untersuchungen wertvolle Dienste leisten." Alois Schmid, aus Zeitschirft für bayerische Landesgeschichtw, Band 78, Heft 1(2015)"Den Kern der Arbeit im besten Sinn des Wortes bildet Teil II: hier werden, in akribischer Kleinarbeit von der Vf. zusammengetragen, 129 Biogramme von fränkischen Universitätsbesuchern in Padua im 15 Jh. präsentiert [...]. Jedes Biogramm umfasst einen detaillierten aufgeschlüsselten und durch Quellen belegten Lebens- und vor allem Studiengang sowie Angaben zur familiären Herkunft, dabei geht die Vf. aber etwa durch Einbeziehung des Buchbesitzes des jeweiligen Universitätsbesuchers weit über die eigentliche Zielsetzung hinaus und leistet damit wichtige Beiträge u. a. auch zur Bibliotheksgeschichte. Dieser prosopographische Teil wird für die künftige Forschung noch für lange Zeit eine Fundgrube ersten Ranges darstellen. Die Arbeit leistet somit einen hochwillkommenen Beitrag für die Erfoschung der Geistesgeschichte des 15. Jh., insbesondere für den Kulturtransfer zwischen dem deutschsprachigen Raum und Italien." Martin Wegendorfer, aus Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters- Band 71-2 (2015)

"Anno etc. Mcccclxv fui in solempni celebratione Anothomie corporis humani", notierte Hartmann Schedel, der Nürnberger Arzt und Kompilator der nach ihm benannten Weltchronik, in seinen persönlichen Aufzeichnungen. Das Ereignis einer Leichensektion an der Universität Padua beeindruckte Schedel so sehr, dass er es gleich mehrere Male schriftlich festhielt. Neben ihm und anderen bekannten Absolventen der traditionsreichen italienischen Hochschule wie dem gelehrten Patrizier Willibald Pirckheimer, dem Gräzisten Johannes Cuno oder dem Autor Albrecht von Eyb, studierten über 120 weitere fränkische Scholaren Medizin oder Jurisprudenz in der zur Republik Venedig gehörenden Stadt am Piovego.
Die Universität Padua ist heute noch eine der renommiertesten Hochschulen Italiens. Auch im 15. Jahrhundert nahm sie diesen Rang ein. Sie zog nicht nur Studenten von der Apenninhalbinsel an, sondern aus ganz Europa. Darunter waren auch viele Scholaren aus dem deutschsprachigen Raum, die bei den bekanntesten Lehrern ihrer Zeit Medizin und Jurisprudenz hören wollten.
Die hier untersuchten Universitätsbesucher aus den fränkischen Diözesen Würzburg, Bamberg und Eichstätt stammten aus der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Elite ihrer Region. Ein Großteil kam aus der Reichsstadt Nürnberg, die mit ihren Handelsbeziehungen zu Venedig eine herausragende Stellung einnimmt.
Die vorliegende Studie ist prosopographisch-personengeschichtlich angelegt, enthält einen großen "lexikalischen" Teil in Form von 128 Biogrammen, der die Grundlage für eine tiefer gehende Analyse bildet.

Bibliografische Daten

ISBN-13:978-3-87707-848-8
Verlag:Edition Wort&Wert
Erscheinungsjahr:2012
Seiten:792
Einband:Softcover
Medientyp:Buch
Sprache:Deutsch

Schlagworte

15. Jahrhundert Padua Universität Padua Bildbände & Chroniken Geschichte & Kunst