📋 Bibliografische Angaben
Hagenbüchacher Chronik von Pfarrer J. Blank
Bildbände & Chroniken, Sachliteratur9,65 €
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Beschreibung
INHALT:
Erster Teil: Bis zum Ende des 30jährigen Krieges. 1906. Zweiter Teil: Vom Ende des 30jährigen Krieges bis zur Gegenwart. 1912. "In vorliegender Arbeit soll vornehmlich die Geschichte der zur Pfarrei Hagenbüchach gehörigen Ortschaften und Siedlungen erzählt werden. Es sind die Orte: Hagenbüchach, Bräuersdorf, Mausdorf, Kirchfembach, Pirkach, Oberfembach; die Weiler: Erlachskirchen, Erlachsmühle, Trübenbronn und der Gutshof Brandhof."
REZENSION:
Buchbesprechung aus "Fränkische Landeszeitung Ansbach" vom 15. November 1984 :
Die renommierte Verlagsdruckerei Schmidt GmbH in Neustadt an der Aisch hat die "Hagenbüchacher Chronik" von Pfarrer Blank im Faksimiledruck wieder herausgebracht. Es handelt sich um einen unveränderten Nachdruck der Erstausgabe des 1. Teils der Chronik aus dem Jahre 1906 und des 2. Teils aus dem Jahre 1912. Der (umfangreichere) erste Teil behandelt die Zeitläufe bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges, der letztere die Zeit vom Ende des großen Kriegesbis zur zeitgeschichtlichen Gegenwart kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges. - Das über 200 Seiten starke Werk in Broschürenform hat zahlreiche Bilder, zum Teil Wiedergaben kostbarer Stiche. In auch heute noch anschaulicher Sprache erzählt PfarrerBlank die Geschichte eines Stücks Frankenland, wobei er sich als profunder Kenner der Historie unseres Gebietes zeigt, der Geschichtsquellen aufgespürt und in der Sprache des Volkes wiedergegeben hat. Diese Sprache aber ist auch heute noch lebendig,was wohl einer der Gründe gewesen sein dürfte, weshalb der Verlag Schmidt dankenswerterweise diese kostbare Chronik wieder zugänglich gemacht hat. - Wer dieses Büchlein zur Hand nimmt und nur ein wenig Interesse an Geschichte hat, kann es nicht mehrweglegen. Pfarrer Blank hat es nämlich fertiggebracht, ohne Pathos das Leben selbst, gerade auch der sogenannten kleinen Leute, ungeschminkt, einfach anhand der Abläufe zu erzählen, ohne Kommentar, der auch gar nicht nötig ist. Es entstand dadurch ein riesengroßes Gemälde unserer engeren Heimat: von der Frühgeschichte bis an den Rand des Beginns des Ersten Weltkriegs. - Interessant beispielsweise, wie unser 12-Uhr-Läuten entstanden ist: Es wurde 1545 angeordnet, um "das Volk zum Gebet" anzuhalten, und zwar wegen der "Türkengefahr". Erschütternd der Bericht über die Hinrichtung zweier Kindsmörderinnen, einer Mutter und deren Tochter. Das "Actum Hagenbüchach", datiert vom 18. April 1760, schildert dieses Grauen. Bis ins kleinste Detail wird das von der Obrigkeit inszenierte grausam-pompöse Schauspiel erzählt. Uns Heutige mutet es an wie ein schlecht gemachter Horrorfilm. Voran Soldaten und Offiziere mit gezogenem Degen, dann ein Kreuzträger, hinter ihm "eine ganz unglaubliche Menge Kinder", zum Teil mit Gesangbüchern, dahinter der Herr Schulmeister, der Herr "Cantor Eck von Embskirchen", und sein Kollege von Münchaurach und dann die Pfarrer von Münchaurach und "Diespeck", die jeweils die beiden Delinquentinnen "ungebunden" führten.Jede der Frauen hatte eine Zitrone in der Hand; die Geistlichen sprachen den Frauen ständig zu, wie der Chronist berichtet. Hinter den zum Tode verurteilten Frauen kam wieder Militär und dann schließlich der Henker mit seinen beiden Söhnen und fünf Henkersknechten. - In aller Ausführlichkeit wurde das Urteil noch einmal verlesen, und zwar mit allen Hintergründen und Untersuchungsergebnissen. Demnach hat sich die "Anna Sterrleinin" von einem "Judenknecht Max Männlein" schwängern lassen und die daraus entstandene Frucht getötet, "weil sie von einem Juden wäre". Ihre Mutter hat ihr dabei geholfen. Nach dieser Prozedur setzte sich der Zug wieder in Bewegung: zum Hinrichtungsplatz. Dort angekommen, wurde der Stab über Mutter und Tochter gebrochen. Als erste wurde die Tochter Anna Sterrlein hingerichtet, indem einer der Knechte die Anna auf einen Stuhl drückte und gleichzeitig ihren Kopf an ihrem Haarschopf etwas in die Höhe zog. In diesem Moment holte der Scharfrichter mit dem Schwert aus,so daß der Kopf "auf einem Streich" dem Knecht "in der Hand geblieben ..." kk
