📋 Bibliografische Angaben
Vom Keltengold zum Milliardenschein
Geld aus dem Land zwischen Steigerwald und Frankenhöhe
Bildbände & Chroniken, Sachliteratur24,35 €
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Beschreibung
INHALT:
Aus dem Inhalt (u. a.): Vom griechischen Stater zum Denar Karls des Großen. - Die mittelalterliche Münzprägung in Franken. - Neustadt a. d. Aisch, Münzstätte der Zollern in Franken. - Casteller Pfennige. - Der Hohenlandsberger Beutepfennig.- Prägungen der gefürsteten Grafschaft Schwarzenberg. - Ein Reichsfreiherr prägt Taler: Der Burgmilchling in Wilhermsdorf. - Die Zeit der Kipper und Wipper. - Gedenkprägungen zu den Reformationsjubiläen. - Windsheim "kauft" Geld in Nürnberg. - Notgeld im Landkreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim. Fundchronik. In einem Spezialgebiet, der Münzgeschichte, soll der vorliegende Band dem geschichtlich Interessierten Wissen vermitteln. Doch auch der erfahrene Münzsammler und Numismatiker wird nocheine Menge bisher unveröffentlichter Informationen finden. Dies gilt vor allem für die Abschnitte "Notgeld" und "Münzfunde". Die rechhaltig beigegebenen Literaturangaben und Fundstellen sollen den wissenschaftlich Interessierten zum weiteren Studiummit Vergangenheit unserer Heimat anregen. Gerade für den Laien und numismatisch nicht vorbelasteten Leser ermöglichen es die beigefügten Kapitel über die Einführung der Münzgeschichte, über die technische Entwicklung der Münzherstellung sowie eine Erläuterung der wichtigsten Fachausdrücke, dieses Buch ohne Vorkenntnisse verstehen zu können. Es bietet zudem die Möglichkeit zur Einbeziehung der Geschichte unserer Heimat in den Unterricht für alle Schularten.
REZENSION:
Buchbesprechung aus "Fürther Heimatblätter" vom März 1987 Als dritter Band der Beiträge zur Heimatgeschichte ist die anzuzeigende Arbeit erschienen. Wie bei den beiden Vorgängerbänden in der Reihe (Gertraud Geißendörfer, Neustadt a. d. Aisch und sein Umland in alten Karten, Ansichten und Porträts; Wolfgang Mück, Die Aktienstallung in Neustadt a. d. Aisch) fällt auch bei diesem Band die opulente Ausstattung ins Auge. Der Band ist reich mit Münzabbildungen, mit Ansichten der behandelten Orte, mit Quellenreproduktionenwie Münzmandaten, Flugblättern und dergleichen, und mit Karten versehen. Ein umfangreiches Orts- und Personenregister ermöglicht raschen Zugriff zu einzelnen Beschreibungen. Ein Lexikon numismatischer Begriffe, eine chronologische Tabelle wichtiger Münzgesetze machen den Band auch für Nichtnumismatiker leicht benutzbar. - Das alles ist Rahmen um einen 56 informativen Text. Eine allgemeine chronologisch gegliederte Einführung in die Münz- und Geldgeschichte bietet die Ausgangsbasis, auf der die Prägungen der regionalen Münzstände behandelt werden. Im Vordergrund steht natürlich die Münzstätte der Zollern in Neustadt/Aisch in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts; in gleicher Weise werden die in Volkach geprägten Casteller Pfennige von 1398,die Schwarzenbergischen Prägungen, die Taler der Freiherren von Burgmilchling in Wilhermsdorf und die Gedenkprägungen zum Reformationsjubiläum 1717 vorgestellt. Die Kipperund Wipperzeit während des 30jährigen Krieges und danach wird in exemplarischen Fällen (Dachsbach, Kohlenmühle in Neustadt/Aisch, Windsheim) abgehandelt. Den Abschluß bildet lokales Notgeld im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim während der Inflation 1923. Eine ausführliche Fundchronik der Münzfunde im Bezirksamt rundet dieumfassende Darstellung ab. Für Fürther ist besonders interessant, daß Geräte und Werkzeug für die Dachsbacher Kippermünzstätte aus der Münzstätte Fürth bezogen wurden und daß der Fürther Johann Christian Reich 1774 für Uffenheim Billardspielmarken hergestellt hat. Helmut Richter
Buchbesprechung aus "Mitteilungen des Vereins für Geschichte der Stadt Nürnberg" vom Dezember 1986 Hinter dem ein wenig reißerischen Titel verbirgt sich eine außerordentlich seriöse Untersuchung der Münzstände des imUntertitel genannten Raumes, die zum Teil den Rang kleiner Monographien erreicht. Auf einen einleitenden Überblick zur Münzprägung der Griechen über die Römer bis hin zum Karolingischen Reich folgt eine Darstellung der Münzprägung und des Geldumlaufsin Franken bis etwa 1400. Erste faßbare, in Franken geprägte Münze ist ein Würzburger Denar Ludwig IV. des Kindes (900-911). In der Folgezeit erhielten die Bistümer Eichstätt und Bamberg das Münzrecht; in den Reichsstädten Nürnberg und Schweinfurt wurden in staufischer Zeit königliche Münzstätten eingerichtet. - In das zentrale Thema des Buches führt die Untersuchung zur Münzstätte Neustadt a. d. Aisch, wo die Hohenzollern vom ausgehenden 14. Jahrhundert an für etwa 50 Jahre Pfennige und Schillinge prägen ließen. Mit den Bischöfen von Würzburg und Bamberg schlossen sie Münzverträge ab mit dem Ziel, den jeweiligen Münzen ein größeres Umlaufgebiet zu garantieren und dadurch das Geldwesen zu stabilisieren. Auf die detaillierte Beschreibung der zahlreichen Münzen, die die Bamberger und Würzburger Bischöfe prägen ließen, verzichtet der Verfasser; somit sind aus dem von ihm behandelten Raum an mittelalterlichen Münzen nur noch Pfennige der Grafen von Castell, die 1398 das Recht zur Errichtung einer Münzstätte in Volkach erhielten, zu erwähnen. Die große Seltenheit dieser Münzen läßt den Schluß zu, daß die Ausprägung gering war und nur wenige Jahre andauerte. - Neben den Hohenzollern waren die Reichsfreiherrn von Schwarzenberg in der Umgebung von Neustadt die wichtigsten Münzherren, die erst 1682 Münzen prägen ließen, obgleich sie das Recht dazu schon etwa 100 Jahre früher erwarben. In diesen Schwarzenberger Münzen sind weniger Zahlungsmittel zu sehen, vielmehr waren sie sichtbaresZeichen für den Besitz eines wichtigen Privilegs und dienten vorwiegend repräsentativen Zwecken. Aus diesen Gründen wurden überwiegend Dukaten und prächtige Taler und deren Abschläge in Gold im Gewicht von zehn Dukaten geprägt. Da die Schwarzenberger keine eigene Münzstätte besaßen, vergaben sie ihre Aufträge zur Herstellung von Münzen überwiegend in die kaiserliche Münze nach Wien und Kremnitz, aber auch nach Köln und 1682 und nochmals 1765/66 nach Nürnberg. - Ausführlich geht der Verfasser auf die Taler der Herren von Burgmilchling ein. Heinrich Hermann erwarb im 16. Jahrhundert den nahe Fürth gelegenen Sitz Wilhermsdorf und erhielt offenbar kurze Zeit später das Münzrecht. Jedoch erst sein gleichnamiger Sohn nahm dieses Recht wahr und ließ lediglich in einem Zeitraum von sieben Jahren, nämlich von 1605-1611, in Nürnberg Taler prägen; diese Taler gehören zu den größten Raritäten der fränkischen Münzgeschichte. - In der sogenannten Kipper- und Wipperzeit, gleich zu Anfang des Dreißigjährigen Krieges, geriet auch in dem hier behandelten Raum das Münzwesen in große Unordnung. Mehrere "Heckenmünzen", deren Errichtung gegen die Konventionen verstieß, entstanden in den Fürstentümern Ansbach und Bayreuth. Hier ließ sich durch Manipulation des Silbergehalts ein beträchtlicher Gewinn erzielen. Anhand von schriftlichen Quellen stellt der Verfasser stellvertretend für andere die Einrichtung dieser Heckenmünzen in Dachsbach, in der Kohlenmühle vor den Toren Neustadts sowie in Windsheim dar. - Die 200-Jahr-Feiern der Reformation im Jahre 1717 sowie der Augsburger Konfession nahmen Neustadt, Obersteinbach und Windsheim zum Anlaß, durch Gedenkprägungen die Erinnerung an diese Ereignisse festzuhalten. Zu Fertigung, Ausgabe und Verteilung dieser Medaillen und Dukaten - von denen auch Silberabschläge hergestellt wurden - kann der Verfasser noch unveröffentlichte Quellen heranziehen. Vermutlich wurden auch diese Stücke in Nürnberg geprägt. Ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammenAlmosenmarken zu Ein- und Drei-Kreuzern sowie Billardmarken, von Reich in Fürth für Uffenheim geprägt. Die eigentliche Münzgeschichte beschließen das von mehreren Städten und Gemeinden verausgabte Kriegsnotgeld sowie 1922/23 gedruckte Inflationsgeldscheine. Eine Fundchronik, die zahlreiche unpublizierte oder nur in Akten nachweisbare Funde des behandelten Raumes aufzählt und kartiert, gibt einen anschaulichen Überblick über das hier umgelaufene Geld. Die Funde umfassen keltische, römische sowiedeutsche Münzen bis ins 19. Jahrhundert; ihr Schwerpunkt liegt in der Zeit von etwa 1350 bis 1650. - Das mit zahlreichen Münzabbildungen, mit Karten, Geräten, alten Ansichten und hübschen Vignetten ausgestattete Buch gibt einen fundierten Überblick über die geldgeschichtliche Entwicklung des Raumes um Neustadt a. d. Aisch. Hermann Maué
