Zum Inhalt springen
Von Max Alsberg bis Ludwig Töpfer

📋 Bibliografische Angaben

Verlag: Edition Wort&Wert
Erscheinungsjahr: 2012
ISBN: 978-3-87707-844-0
Sprache: Deutsch
Seiten: 240
Einband: Softcover
📖 Buch

Von Max Alsberg bis Ludwig Töpfer

Bücher und Bibliotheken jüdischer Rechtsanwälte nach 1933. Verluste, Fundstücke und ein Erbe aus „Reichsbesitz“

von Dr. Martin Schumacher

Geschichte & Kunst

24,50 €

inkl. MwSt. · Schweiz und sonstiges Drittland: steuerfreie Ausfuhr im Checkout · zzgl. Versandkosten

2+ auf Lager · Sofort lieferbar
📦Sichere Verpackung · klimaneutraler Versand
↩️14 Tage Rückgaberecht

Beschreibung

INHALT:
Nach 1933 verloren die jüdischen Deutschen in der Anwaltschaft ihre Zulassung. Um ihre Existenz gebracht, wurden sie in die Emigration vertrieben, im nationalsozialistischen Machtbereich wie alle Juden in ihrer Mehrheit ermordet. Menschen und Bücher verschwanden, auch die Bücher des Starverteidigers Max Alsberg. »Auf der Flucht vor dem Geist des Dritten Reiches« hatte sich der Anwalt 1933 in der Schweiz erschossen. Sein Kunstbesitz wurde durch Paul Graupe in Berlin versteigert. Die »Bibliothek Prof. Dr. Max Alsberg« kam dabei nicht unter den Hammer. Sie ist verschollen. Das Ende einer Bücherspur, deren Anfang sich im Dunkeln verliert, markieren wenige Fundstücke. Das Schicksal der Bibliothek Ludwig Töpfer - ein Sonderfall dieser allgemeinen Verlustgeschichte - wirft viele Fragen auf. Der Wiener Anwalt - nach dem »Anschluss« Österreichs nach Frankreich emigriert - suchte für seine in die Schweiz gerettete »Sammlung deutscher Literatur« einen Käufer. Ein deutscher Antiquar vermittelte die Offerte Martin Bormann, der Hans Posse einschaltete, den Direktor der Dresdner Gemäldegalerie und Sonderbeauftragten
Hitlers für das »Führermuseum« in Linz. Und das Reich erwarb den Schatz, der ihm als Beute entgangen war. 1947 im Salzkammergut entdeckt, gelangten die Bücher als Teil der »Führerbibliothek« nach München. Später überliess der Bund das Erbe aus »Reichsbesitz« der Herzog August Bibliothek, dem Freien Deutschen Hochstift und dem Deutschen Literaturarchiv. »Geradezu Denkmalswert« hatte Erhart Kästner, der spätere Direktor der Bibliotheca Augusta, von Hans Posse 1941 als Gutachter herangezogen, der Bibliothek Töpfer attestiert. Am Ende waren es große Bücherfreunde, die das Lebenswerk des jüdischen Sammlers zerstückelten.

REZENSION:
"Dem Buch von Martin Schumacher gebührt ein großes Lob. Ohne nennenswerte Aussicht auf Erfolg hatte er sich auf die Suche nach den verlorenen Bibliotheken der "Anwälte ohne Recht" gemacht. Er konnte sie nicht finden, weil sie in alle Winde verstreut wurden und heute nur Einzelstücke anhand von Exlibris und handschriftlichen Besitzvermerken zu identifizieren sind. Schumachers Verdienst ist, dass er die historischen Zusammenhänge und die juristischen Tatbestände dargestellt undmit seinem Verzeichnis der "Jüdischen Rechtsanwälte als Bibliophilen und Sammler" ein Findhilfsmittel zur Verfügung stellt. Die Sammler und Bibliothekare könnten damit weitere Bücher von jüdischen Anwälten finden ...."
Aus: Marginalien, 212. Heft (4, 2013)
"... Ein umfangreiches Quellen- und Literaturverzeichnis, ein kombinierter Personen- und Schlagwortindex und besonders die sehr instruktiven Abbildungen machen die Abhandlung zu einem wichtigen Beitrag zur Raubgut-, Provenienz- und Restittionfroschung."
aus: http://ifb.bsz-bw.de/bsz378680927rez-1.pdf?id=5939
"Frucht des von Schumacher betriebenen enormen Rechercheaufwandes ist ein wissenschaftlichen Ansprüchen in jeder Hinsicht genügender Text, der zudem - obwohl "Paperback" - in ansprechender Form präsentiert und mit bildlichen "Zugaben" versehen ist, auf die so oft aus rein finanziellen Erwägungen heraus verzichtet wird, obwohl sie dem Geschriebenen erst die letzte "Würze" verschaffen ... eine Arbeit, der man viele Leser wünscht, seien es Historiker, Juristen, Bibliothekswissenschschaftler oder einfach "nur" (es möge sie noch zahlreich geben) Buchliebhaber."
Aus: Journal der Juristischen Zeitgeschichte 2014 Heft 1, S. 34/35

Nach 1933 verloren die jüdischen Deutschen in der Anwaltschaft ihre Zulassung. Um ihre Existenz gebracht, wurden sie in die Emigration vertrieben, im nationalsozialistischen Machtbereich wie alle Juden in ihrer Mehrheit ermordet. Menschen und Bücher verschwanden, auch die Bücher des Starverteidigers Max Alsberg. 'Auf der Flucht vor dem Geist des Dritten Reiches' hatte sich der Anwalt 1933 in der Schweiz erschossen. Sein Kunstbesitz wurde durch Paul Graupe in Berlin versteigert. Die 'Bibliothek Prof. Dr. Max Alsberg' kam dabei nicht unter den Hammer. Sie ist verschollen. Das Ende einer Bücherspur, deren Anfang sich im Dunkeln verliert, markieren wenige Fundstücke. Das Schicksal der Bibliothek Ludwig Töpfer - ein Sonderfall dieser allgemeinen Verlustgeschichte - wirft viele Fragen auf. Der Wiener Anwalt - nach dem 'Anschluss' Österreichs nach Frankreich emigriert - suchte für seine in die Schweiz gerettete 'Sammlung deutscher Literatur' einen Käufer. Ein deutscher Antiquar vermittelte die Offerte Martin Bormann, der Hans Posse einschaltete, den Direktor der Dresdner Gemäldegalerie und Sonderbeauftragten
Hitlers für das 'Führermuseum' in Linz. Und das Reich erwarb den Schatz, der ihm als Beute entgangen war. 1947 im Salzkammergut entdeckt, gelangten die Bücher als Teil der 'Führerbibliothek' nach München. Später überliess der Bund das Erbe aus 'Reichsbesitz' der Herzog August Bibliothek, dem Freien Deutschen Hochstift und dem Deutschen Literaturarchiv. 'Geradezu Denkmalswert' hatte Erhart Kästner, der spätere Direktor der Bibliotheca Augusta, von Hans Posse 1941 als Gutachter herangezogen, der Bibliothek Töpfer attestiert. Am Ende waren es große Bücherfreunde, die das Lebenswerk des jüdischen Sammlers zerstückelten.

Bibliografische Daten

ISBN-13:978-3-87707-844-0
Verlag:Edition Wort&Wert
Erscheinungsjahr:2012
Seiten:240
Einband:Softcover
Medientyp:Buch
Sprache:Deutsch

Schlagworte

Nationalsozialismus Reichsbesitz Rechtsanwalt Privatbibliothek Juden