Die Erwerbstätigkeit von Juden in der Frühen Neuzeit 🔍 Vergrößern

📋 Bibliografische Angaben

Autor/in: Gesellschaft für fränkische Geschichte e.V., Gabi Rudolf
Verlag: Edition Wort & Wert
ISBN: 978-3-86652-963-2
Sprache: Ger
Seiten: 336
Einband: Hardcover
📖 Buch

Die Erwerbstätigkeit von Juden in der Frühen Neuzeit

von Gesellschaft für fränkische Geschichte e.V., Gabi Rudolf

Geschichte & Kunst

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Welchen Erwerbstätigkeiten durften Juden im 17. und 18. Jahrhundert in fränkischen Territorien nachgehen und von welchen ökonomischen oder territorialen Faktoren hing ihr Wirtschaftsleben ab? Welche elementaren Unterschiede gab es in der Ökonomie der Vormoderne für Schutzjuden eines ritterschaftlichen oder hochstiftischen Territorialherren? Kam Jüdinnene im Wirtschaftsleben dieser Zeit eine Rolle zu?
Die wirtschaftlichen Verknüpfungen der christlich-jüdischen Lebenswirklichkeit stellten in den Territorien des frühneuzeitlichen Frankens weder eine Ausnahme noch eine Seltenheit dar. Im Gegenteil: Auf Grud der überdurchschnittlich hohen Anzahl an schutzverwandten Juden im fränkischen Raum ist die schiere Masse an bisher unbearbeiteten Quellen ein offensichtliches Hemmnis in der Forschung. Deshalb wurden zahlreiche bis dato unbearbeitete Quellen im Hinblick auf das Wirtschaftsleben von Juden ausgewertet und mit der bestehenden Forschung zum frühneuzeitlichen Landjudentum kontextualisiert.
Um der territorialen Vielfalt dieser Zeit zu begegnen, nähert sich die Autorin diesen Fragen über den mikroperspektivischen Blick auf zwei Untersuchungsorte nach dem 30-jährigen Krieg: auf das hochstiftische Arnstein und das ritterschaftliche Kondominat Thüngen. Der zugängliche Wirtschaftsraum unterschied sich in dieser Zeit für Juden in Arnstein unter der Schutzherrschaft der Würzburger Fürstbischöfe erheblich von demjenigen der Thüngenschen und Juliusspitälischen Schutzjuden in Thüngen.
Die territorialherrschaftliche Politik gegenüber Schutzjuden offenbart in den Untersuchungsorten Vorhersehbares sowie Unerwartetes: einerseits klare rechtliche und wirtschaftliche Grenzen, sowie andererseits eine erstaunliche Siedlungskontinuität jüdischer Familien: zudem eine pragmatische Flexibilität in der alltäglichen Handhabung der territorialen Vorgaben. In einem direkten Vergleich werden die wirtschaftlichen Tätigkeiten von Juden (und von einigen wenigen Jüdinnen) in Arnstein und Thüngen aus der Quellenperspektive christlicher Provenienz dargestellt. Die Arbeit von jüdischen Viehhändlern, Warenhändlern, Fleischhändlern und Kleinkreditgebern wird in ihrer nachvollziehbaren Ausprägung und Entwicklung im örtlichen Wirtschaftssystem der Untersuchungsorte bis ins Jahr 1780 nachgezeichnet.
Zum Abschluss erweitert die Autorin den Blickwinkel aus der räumlichen Mikroperspektive heraus: Unabhängig vom Wohnort können elementare Voraussetzungen und Bedingungen benannt werden, die für die große Varianz des jüdischen Wirtschaftslebens innerhalb territorialer Schutzherrschaften verantwortlich waren.

Gesellschaft für fränkische Geschichte e.V., Gabi Rudolf

Dieter Joachim Weiß studierte Geschichte, Deutsch und Lateinische Philologie des Mittelalters in Erlangen, Wien und München, er promovierte 1990 und habilitierte 1996 an der FAU Erlangen-Nürnberg. Er ist Lehrstuhlinhaber für Bayerische und Vergleichende Landesgeschichte mit besonderer Berücksichtigung des Mittelalters an der LMU München, außerdem wiss. Leiter der Gesellschaft für fränkische Geschichte und zweiter Vorsitzender der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Dr. Gabi Rudolf stammt aus Erlangen und besuchte sowohl die Grundschule als auch das Gymnasium in Oberfranken. Nach einem Auslandsaufenthalt in Wisconsin, USA, studierte sie in Erlangen, Salamanca und Würzburg Geschichte und Volkskunde. Ihre Promotion schloss sie 2018 in Fränkischer Landesgeschichte bei Prof. Dr. Helmut Flachenecker ab. Seit 2019 ist sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Kuratorin bei den Historischen Museen Reutlingen tätig. Ihre Verbindung zur ehemaligen Synagoge Arnstein entstand während einer zweijährigen Projektleitung zum Museumskonzept von 2010-2012. Ebenso war sie von 2013-2020 Mitherausgeberin der „Genisa-Blätter 1-3“ in Kooperation mit dem Genisaprojekt Veitshöchheim.

Bibliografische Daten

ISBN-13:978-3-86652-963-2
Verlag:Edition Wort & Wert
Erscheinungsjahr:2025
Seiten:336
Einband:Hardcover
Medientyp:Buch
Sprache:Ger

Schlagworte

Frühe Neuzeit Juden Handel Fränkische Geschichte Thüngen Arnstein Erwerbstätigkeit Jüdische Geschichte Wirtschaftsgeschichte Wirtschaft