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Otto Meyer hat sich mit der Gestalt und der Rolle Kilians bis in seine letzten Lebensjahre beschäftigt, wobei es ihm vor allem darum ging, den Mythos des Frankenmissionars durch das realistische Bild eines irischen Wandermönchs zu ersetzen, der durch seinen moralischen Rigorismus, namentlich in eherechtlicher Hinsicht, in einen unlösbaren Konflikt mit den politischen Herrschaftsträgern im östlichen Vorfeld des Frankenreichs geriet. Die Maßstäbe für diesen Paradigmenwechsel bezog er aus dem Vergleich mit dem Selbstverständnis und den Schicksalen anderer irischer peregrini auf dem Kontinent, namentlich seines älteren Landsmannes Columban.
Dieter Joachim Weiß studierte Geschichte, Deutsch und Lateinische Philologie des Mittelalters in Erlangen, Wien und München, er promovierte 1990 und habilitierte 1996 an der FAU Erlangen-Nürnberg. Er ist Lehrstuhlinhaber für Bayerische und Vergleichende Landesgeschichte mit besonderer Berücksichtigung des Mittelalters an der LMU München, außerdem wiss. Leiter der Gesellschaft für fränkische Geschichte und zweiter Vorsitzender der Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.