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Paulus Papius

📋 Bibliografische Angaben

Verlag: Edition Wort&Wert
Erscheinungsjahr: 2023
ISBN: 978-3-86652-008-0
Sprache: Deutsch
Seiten: 668
Einband: Hardcover
📖 Buch

Paulus Papius

Chronik der Grafen zu Castell

von Karl Borchardt, Jesko Graf zu Dohna, Johannes Schellakowsky, Dr. Peter A. Süß (Hrsg.)

Hrsg.: Karl Borchardt, Jesko Graf zu Dohna, Johannes Schellakowsky, Dr. Peter A. Süß

Bildbände & Chroniken, Geschichte & Kunst, I. Reihe: Fränkische Chroniken, Reihen, Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte e.V.

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Erstmals kritisch editiert und kommentiert wird hier vorgelegt eine Chronik der Grafen und Herrn zu Castell, welche deren langjähriger Sekretär Paulus Papius aus Iphofen (gest. 1607) angefertigt hat. Es handelt sich um ein wichtiges Werk späthumanistischer Historiographie in Deutschland. Ziel der Arbeit war es, aus nicht-würzburgerischer Sicht die fränkische Geschichte darzustellen, gewissermaßen als Gegenstück zur Würzburger Bischofschronik des Lorenz Fries. Entsprechend wird die Bedeutung der Grafen und des Adels für die fränkische Identität hervorgehoben. Nicht die Bischöfe als Nachfolger der im 8. Jahrhundert ausgestorbenen Herzöge, sondern die Grafen als Nachkommen der einstigen Herzöge seien entscheidend. Die von Johannes Trithemius erfundenen Genealogien fränkischer Könige und ostfränkischer Herzöge werden also genau entgegengesetzt interpretiert wie bei Lorenz Fries. Zugleich wird das urkundliche Material ausgebreitet, auf das Castell seinen Rang stützte. Dadurch entsteht eine kleinteilige Herrschaftsgeschichte Mainfrankens mit interessanten Bewertungen zu diversen Erbteilungen und Erbansprüchen, zum Verhältnis zu den Zollern als Burggrafen von Nürnberg und Markgrafen von Brandenburg, zum Bauernkrieg, zur Reformation, zum Aussterben der Grafen von Wertheim, das Castell den Erwerb von Remlingen ermöglichte, zu den Kriegsdiensten des Grafen Friedrich (gest. 1552) für die französische Krone usw. Friedrichs Bruder Heinrich (gest. 1592), der Hauptauftraggeber der Chronik, war ein klassisch gebildeter Herr, der nicht nur Latein, sondern auch Griechisch las. Auf ihn dürfte die multifunktionale Ausrichtung der Chronik zurückgehen. Weit mehr als ein Geschichtsbuch, diente sie der gräflichen Verwaltung als Nachschlagewerk und den regierenden Grafen als Anleitung zu gut christlichen Handeln als Obrigkeit.

Karl Borchardt, Jesko Graf zu Dohna, Johannes Schellakowsky, Dr. Peter A. Süß (Hrsg.)

Karl Borchardt, Jesko Graf zu Dohna, Johannes Schellakowsky, Dr. Peter A. Süß (Hrsg.)

Prof. Dr. Karl Borchardt wurde in Rothenburg ob der Tauber geboren und hat dort Abitur gemacht. Studiert hat er in Würzburg Geschichte und Anglistik. Promoviert wurde er mit einer Arbeit über „Die geistlichen Institutionen in der Reichsstadt Rothenburg ob der Tauber und dem zugehörigen Landgebiet von den Anfängen bis zur Reformation (erschienen 1988), habilitiert mit einer Arbeit über „Die Cölestiner. Eine Mönchsgemeinschaft des späteren Mittelalters“ (erschienen 2006). Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die fränkische und schlesische Landesgeschichte, die Geschichte des hohen und späten Mittelalters, darunter die Kreuzzüge und die geistlichen Ritterorden, sowie die historischen Grundwissenschaften. Von 2001 bis 2007 war er Stadtarchivar in Rothenburg ob der Tauber, danach Mitarbeiter der Monumenta Germaniae Historica in München.

Jesko Graf zu Dohna hat in München mittelalterliche und neuere Geschichte sowie ev. Kirchengeschichte studiert und das Studium mit einer Magisterarbeit bei Prof. Hans Günter Hockerts abgeschlossen. Im Rahmen eines Werkvertrags erfasste er 1991 die sogen. Rara-Bestände der Bibliothek des Deutschen Historischen Museums (Berlin). Seit 1992 leitet er das Fürstlich Castell‘sche Archiv in Castell, seit 2003 ist er nebenbei Lehrbeauftragter für Fränkische und Bayerische Landesgeschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Schwerpunkte seiner bisherigen Forschungen und Publikationen sind die fränkische Adels-, Banken- und Weinbaugeschichte.

Johannes Schellakowsky (geb. 1965), Studium der Geschichte, Germanistik und Anglistik an der Universität Würzburg, Magister Artium. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Geschichte I der Universität Würzburg (1997-2001) und beim Hessischen Landtag (2001-2006). Nach weiteren Funktionen im Hessischen Ministerium der Finanzen (2006-2014) und im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (2014-2019) seit 2019 Referatsleiter und Leiter der Verbindungsstelle zu den Kirchen und Religionsgemeinschaften, Grundsatzfragen Antisemitismus und Gedenkstätten in der Hessischen Staatskanzlei. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen u.a. Bildungs- und Universitätsgeschichte, Adels- und Ständegeschichte sowie die Geschichte Brandenburg-Preußens und seiner Provinzen (insbesondere Schlesien).

Bibliografische Daten

ISBN-13:978-3-86652-008-0
Verlag:Edition Wort&Wert
Erscheinungsjahr:2023
Seiten:668
Einband:Hardcover
Medientyp:Buch
Sprache:Deutsch

Schlagworte

Castell Paulus Papius Chronik Grafen Aufzeichnungen Lebensgeschichte Familiengeschichte fränkische Geschichte Bildbände & Chroniken Geschichte & Kunst